Gehaltswunsch in der Bewerbung − wie man ihn richtig formuliert

Viele Bewerber sind sich unsicher, ob sie einen Gehaltswunsch in der Bewerbung angeben sollen. Fügt man ihn ein, manövriert man sich vielleicht nur aufgrund dessen ins Abseits, weil man zu teuer ist. Andererseits muss das Thema ja mal auf den Tisch. Denn wer arbeitet und Leistung zeigt, möchte auch gut verdienen. Wann es sinnvoll ist, einen Gehaltswunsch in der Bewerbung zu formulieren und  wie man sich auf die Gehaltsvorstellung generell vorbereitet klären wir in diesem Artikel.

Bin ich zu teuer, bist du zu schwach. Vom realistischen Umgang mit Gehaltsvorstellungen

Selbstverständlich möchte man als Fach- und Führungskraft leistungsgerecht bezahlt werden. Das wiederum schließt natürlich mit ein, dass man auf der nächsten Position ein höheres Gehalt bezieht als auf der aktuellen Stelle. Wie schwer oder leicht es ist, seine Gehaltsvorstellung erfüllt zu bekommen hängt von einigen Faktoren ab. Hier sind die wichtigsten drei:

  1. Wer wird gesucht? Wenn schon in der Ausschreibung die Berufserfahrung als 2+ Jahre angegeben wird und die Berufserfahrung nicht im Vordergrund steht können Sie als Fachkraft zwischen den Zeilen lesen, dass das Gehaltsbudget für die Stelle eher im unteren Segment auf Einsteigerniveau kalkuliert ist. Formulieren Sie hier zu hoch, ist es wahrscheinlich das Sie bloß aufgrund des Gehaltswunsches aussortiert werden. Achten Sie darum darauf, dass die Position und der Verantwortungsbereich Ihren Fähigkeiten exakt entsprechen (und damit auch Ihrem Gehaltsniveau).
  2. Die Größe des Unterenehmens. Ein Start-up zahlt andere Gehälter als ein Konzern. Ein hochspezialisiertes  mittelständisches Unternehmen entlohnt seine Fachkräfte anders als ein kleines Unternehmen mit hoher Fluktuation. Schauen Sie genau hin, wo Sie sich da bewerben möchten und überlegen Sie (auch wegen der Motivation), ob Sie wirklich bei dem Unternehmen arbeiten möchten.
  3. Fragt das Unternehmen explizit nach einer Gehaltsvorstellung? wenn ja, haben Sie gute Karten. Dann dürfen Sie nämlich frei heraus einen Gehaltswunsch in der Bewerbung angeben, ohne sich dafür zu schämen. Formulieren Sie aber auch hier realistisch und beachten Sie Tipp 1 und 2.

So geben Sie den Gehaltswunsch in der Bewerbung richtig an:

Wer sich bewirbt, muss vorbereitet sein. Das gilt natürlich auch für den Gehaltswunsch. Dieser sollte als Bruttojahreseinkommen genannt werden. Überlegen Sie sich also sowohl für das Vorstellungsgespräch als auch für die Formulierung des Gehaltswunsches in der Bewerbung ein realistisches Wunschgehalt. Es sollte höher sein, als Ihr jetziges Gehalt. Aber eben auch nicht utopisch. Denken Sie deshalb darüber nach, wieviel Geld Sie benötigen, um Ihre Lebenshaltungskosten zu decken und welche Wünsche bzw. Hobbys Sie sich noch finanzieren wollen. Überlegen Sie im nächsten Schritt, für welche Summe Ihnen die neue Arbeit besonders leicht fallen würde. Gerade wenn Sie für die neue Stelle umziehen oder pendeln müssen sind dies Herausforderungen, die sich idealerweise im Gehalt widerspiegeln sollten. Nennen Sie dann allerdings nicht die Höchstsumme, sondern ordnen Sie sich im oberen Mittelfeld ein. So haben Sie für Ihren Gehaltswunsch noch Luft nach oben. 

Verhandlung ist alles. So wird die Summe auch im Anschreiben genannt. Das verhandelbare Wunschgehalt kennzeichnet Ihr Wunschgehalt, dass Sie in brutto pro Jahr verdienen möchten. Detailliert drüber gesprochen wird dann im Bewerbungsgespräch.