Hobbys im Lebenslauf − wie Sie diese Informationen sinnvoll nutzen können (und wann Sie besser darauf verzichten).

Die Angabe von Hobbys und Freizeitaktivitäten in einer Bewerbung ist grundsätzlich freiwillig. Sie sind daher nicht verpflichtet, Ihre Hobbys im Lebenslauf zu nennen. Wann Sie es auch als gestandene Fach- und Führungskraft eben doch angeben sollten und wie Sie diese Informationen gewinnbringend formulieren zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.

Gehören Hobbys in den Lebenslauf − ja oder nein?

An dieser Frage scheiden sich die Geister: Gehört das Hobby unbedingt in den Lebenslauf? Die Antwort darauf ist ziemlich klar: Sie lautet JEIN!  Es kommt wie so oft auf den Einzelfall an. Wenn Sie als Fach- oder Führungskraft belanglose Allerweltshobbys haben, (Pardon!) dürfen Sie sich die Zeile im Lebenslauf sparen (siehe unten). Es kann jedoch Umstände geben, in denen sich die Nennung Ihrer wichtigsten Freizeitaktivitäten durchaus lohnt. Nämlich immer dann, wenn einer oder mehrere der folgenden Umstände zutrifft:
    • Das Hobby passt zur angestrebten Tätigkeit
    • Ihr Hobby dient als Beleg eines Ihrer Softskills
    • In Ihrem Dorf kommt man an diesem Hobby nicht vorbei
    • Ihr Hobby ist sehr außergewöhnlich
    • Sie bewerben sich als Quereinsteiger in ein neues Berufsfeld?
    • Ihr Hobby nimmt eine gewisse Zeit Ihres Tages in Anspruch und die Vereinbarkeit sollte daher mit dem Arbeitgeber abgeklärt werden
    • Sie stehen am Anfang Ihrer Karriere und bewerben sich um einen Ausbildungsplatz

Unterschätzen Sie niemals die positive (wie auch negative) Kraft der Angabe Ihrer Hobbys im Lebenslauf. Gerade weil Sie mit Ihrer Bewerbung Ihre Persönlichkeit ausdrücken möchten, kann die Angabe von Freizeitaktivitäten in der Bewerbung ein Wettbewerbsvorteil sein. Vor allem dann, wenn das ausgeübte Hobby zur angestrebten Tätigkeit passt.

Sie reparieren in Ihrer Freizeit alte Uhren oder spielen Klavier? Beides ist ein Beleg für Ihre Feinmotorik. Diese Skills sollten Sie nicht verheimlichen, wenn Sie zum Beispiel als Chirurg arbeiten wollen. Ihr regelmäßiges Training für die Teilnahme bei den Mud Masters ist ein Beleg für Ihre Zielstrebigkeit, Ausdauer und körperliche Fitness. Niemand, kann so schräg singen wie Sie? Wenn es zur Tätigkeit passt, teilen Sie es Ihrem künftigen Team in der Bewerbung mit.

Sie wohnen auf dem Land und in Ihrem Dorf ist einfach jeder Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, weil es eben zum guten Ton gehört sich für das Gemeinwesen zu engagieren? Klar, dass Sie dort auch Mitglied sind.

Sie sind Rekordhalter im Sammeln von Kuckucksuhren? Sie besuchen sämtliche Orte der Welt, deren Namen aus mehr als 40 Buchstaben bestehen? Ein außergewöhnliches Hobby taugt als lockerer Gesprächseinstieg oder für eine Atempause im Bewerbungsgespräch.

Als Quereinsteiger überzeugen Sie Personaler mit einem Hobby, dass zur angestrebten Tätigkeit passt. Wer in seiner Freizeit seit vielen Jahren Oldtimer restauriert, verfügt über eine gewisse praktische Erfahrung in der Autoreparatur.

Auch wenn Ihr Hobby einen wesentlichen Platz in Ihrem Alltag einnimmt, empfiehlt es sich offen damit umzugehen. Die Mitgliedschaft im Fanclub Ihres Bundesligavereins inklusive Besuch regelmäßiger Auswärtsspiele darf erwähnt werden. Auch wenn Sie (Extrem-)Sport treiben und sich auf Wettkämpfe vorbereiten, sollten Sie dies in der Bewerbung benennen.

Auszubildenden empfehlen wir ausnahmslos, Ihre Hobbys anzugeben. Da Sie außer der Schulbildung und einiger Praktika über keine nennenswerten Erfahrungen verfügen, ist das Hobby eine Möglichkeit eine individuelle Note in die Bewerbung einfließen zu lassen.

Lesen, Fernsehen, Nase popeln − diese Freizeitaktivitäten verschweigen Sie besser

Aber Vorsicht liebe Fach- und Führungskräfte. Nicht jedes Hobby ist gleich gut zur Angabe im Lebenslauf geeignet. Es kursiert unter Personalern eine Negativliste mit Hobbys, die ein eher negatives Licht auf Ihre Persönlichkeit werfen. Zum Beispiel weil sie als passive Aktivität gelten oder kontrovers diskutiert werden. Im Zweifelsfall gilt es, das Hobby lieber wegzulassen. Vor allem dann, wenn Sie sich unsicher sind. Sie fragen sich, welche Hobbys ein No-go in der Bewerbung sind? Hier die Negativliste:

      • Lesen − die wohl häufigste Angabe eines Hobbys in deutschen Lebensläufen ist meistens ein Platzhalter (man muss ja was hinschreiben!) und deutet bestenfalls darauf hin, dass Sie ein Couchpotato sind.
      • Musik hören − ist weniger gut als selbst zu musizieren. Es sei denn, Sie bewerben sich in der Musikindustrie und belegen Ihre ausgezeichneten Fachkenntnisse.
      • Freunde treffen − ist zu unkonkret. Besser ist es, die gemeinsamen Aktivitäten in den Vordergrund zu stellen. Zum Beispiel: Mannschaftssport oder eine Gruppenwanderung.
      • Kochen − muss irgendwie jeder. Wenn Sie dies angeben möchten, konkretisieren Sie lieber Ihre Vorliebe für eine bestimmte nationale Küche und stellen Sie Ihre Leidenschaft fürs Kochen heraus.
      • Fernsehen − ist wie binge watching auf Netflix. Absolut lethargisch.

Wie man ein Hobby im Lebenslauf interessant formuliert

Haben Sie sich zur Angabe von Hobbys in Ihrem Lebenslauf entschlossen, dürfen Sie diese als letzten Punkt in Ihrem Lebenslauf anführen. Verzichten Sie dabei auf die bloße Angabe. Schreiben Sie also nicht „Hobbys: Wandern, Rad fahren und Musizieren“.  Stellen Sie stattdessen Ihre Leidenschaft für Ihr Hobby in den Vordergrund und erklären Sie diese in ein bis zwei Sätzen. Wandern: Ich liebe die Berge Südtirols und nutze meine Freizeit gerne für ausgiebige Wandertouren in der Natur rund um Meran.“ Oder Kochen: Die japanische Küche hat es mir angetan. Ich rolle leidenschaftlich gerne Sushi und kreiere neue California Rolls, seit ich in Tokio in einem Sushi-Restaurant dem Chef über die Schultergucken durfte.“